
Was mich wirklich interessierte
Eigentlich habe ich Hunde nie trainiert. Zumindest hat es sich für mich nie so angefühlt. Bis heute nicht. Mich interessierte nie zuerst die Frage: „Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“ Mich faszinierte etwas vollkommen anderes: Warum zeigt dieser Hund dieses Verhalten überhaupt? Ich konnte Hunde stundenlang beobachten. Wie bewegt er sich? Wohin schaut er? Wann verändert sich seine Atmung? Wann wirkt sein Körper weich und entspannt? Und wann wird er plötzlich fest und angespannt?
Damals wusste ich nicht, dass genau diese Fragen einmal mein ganzes Leben bestimmen würden. Ich war einfach neugierig. Heute weiß ich, dass diese Neugier der Beginn von allem war, was später zu SHANTI DOG MIND werden sollte.
Als aus Leidenschaft ein Beruf wurde
Erst viele Jahre später begann ich, professionell als Hundetrainerin zu arbeiten. Eigentlich war das nie mein Plan. Hunde fühlten sich für mich nie nach Arbeit an. Die Entscheidung trafen vielmehr andere für mich. Immer mehr Menschen baten mich um Hilfe mit ihren Hunden. Sie empfahlen mich weiter, und aus einer Leidenschaft wurde nach und nach mein Beruf. Schon bald kamen vor allem Menschen zu mir, deren Hunde als schwierig galten. Die sogenannten Problemhunde.
Aggressiv.
Ängstlich.
Unberechenbar.
Unsicher.
Oder einfach nur angeblich „nicht erziehbar“.
Ich hörte all diese Begriffe. Doch wenn ich den Hund ansah, hatte ich meist nur eine einzige Frage: Was versucht er mir eigentlich zu erzählen? Vielleicht war dies der Grund, warum ich mich nie wirklich mit den klassischen Trainingsansätzen anfreunden konnte. Mich interessierte nie, wie ich ein Verhalten möglichst schnell verändern konnte. Ich wollte zuerst verstehen, warum es überhaupt entstanden war. Und ehrlich gesagt ist es mir bis heute vollkommen egal, ob ein Hund ein Kommando perfekt ausführt oder nicht.
Die Antworten lagen oft woanders
Es gab Situationen, die ich mir damals überhaupt nicht erklären konnte. Manchmal entspannte sich ein Hund plötzlich, obwohl ich scheinbar kaum etwas getan hatte. Manchmal genügte es, dass sein Mensch ruhiger wurde. Manchmal veränderte sich eine ganze Begegnung, obwohl äußerlich fast nichts passiert war. Und manchmal funktionierte selbst das beste Training überhaupt nicht. Damals fehlten mir die Worte dafür. Heute fehlen sie mir nicht mehr.
Die Erkenntnisse der Neurowissenschaft, der Bindungsforschung und der Stressphysiologie helfen mir heute, vieles besser zu verstehen und einzuordnen. Dabei ist mir eines besonders wichtig: Die Wissenschaft hat meine Arbeit nicht erfunden. Sie hat mir geholfen, das zu erklären, was ich über viele Jahre beobachten durfte. Ich habe Hunde immer von innen nach außen verstanden. Nicht umgekehrt. Und genau darin liegt für mich ein entscheidender Unterschied.
Worum es in diesem Buch wirklich geht
Wahrscheinlich hast du schon bemerkt, dass du kein klassisches Hundefachbuch in den Händen hältst. Ja, es geht um Hunde. Auch. Und doch erzähle ich dir in diesem Buch noch mehr. Von Beziehung. Von Sicherheit. Von Vertrauen. Von unserem Nervensystem. Und davon, warum sich Verhalten häufig erst dann verändert, wenn Sicherheit entsteht. Nicht nur beim Hund. Sondern auch bei uns Menschen.
………….
Möchtest du noch mehr erfahren?
Hier der Link zu meinem Buch



